"Ein lebendes Ornament" - Felix Bender über die Vision Stage der Independent Hotel Show Munich 2026
Im Vorfeld der Independent Hotel Show Munich haben wir mit Felix Bender, Gründer von bndr company und Designer der Vision Stage 2026, gesprochen. Im Interview verrät er, wie aus Interior Design, Neuropsychologie und Vertriebsstrategie Räume entstehen, die nicht nur gut aussehen, sondern wirklich wirken und warum sich die Vision Stage während der beiden Messetage sichtbar verändern wird.
1. Kannst du dich kurz vorstellen und erzählen, was du bei bndr company machst?
Ich bin Felix Bender, Gründer von bndr company. Ich arbeite als kreativer Konzeptentwickler für Hotels und Immobilien – das heißt konkret: Ich verbinde Interior Design mit Marketing- und Sales-Strategie sowie Erkenntnissen aus der Neuropsychologie zu dem, was wir bei uns "Sales Architecture" nennen. Es geht darum, Räume zu schaffen, die nicht nur gut aussehen, sondern auch wirken – die verkaufen, die Menschen bewegen und die den Menschen und die Prozesse dahinter aktiv unterstützen.
2. Du gestaltest die Vision Stage der Independent Hotel Show Munich 2026. Was können die Besucher*innen dieses Jahr erwarten?
Dieses Jahr bringen wir die Themen Ruhe, Kunst und Dekoration zusammen – aber eben nicht statisch, sondern mit Leben. Im Zentrum steht ein Kunstwerk, das Stück für Stück entsteht, fast wie ein lebender Organismus, der sich stetig weiterverändert. Getragen wird das Ganze von einer Farbwelt aus Grün, Schwarz und Sandtönen: Farben, die für Eleganz, Heritage und Bestand stehen, gleichzeitig aber auch für Innovation und Weiterentwicklung. Genau dieses Spannungsfeld – zwischen Bewährtem und Neuem – wollten wir räumlich erlebbar machen.
3. Was macht für dich gutes Stage Design aus, vor allem im Hospitality- und Eventbereich?
Meine Philosophie ist, dass sich Design immer mit dem Menschen und den Prozessen dahinter vereinen muss. Design allein ist schön – aber wenn es die Menschen oder die Abläufe dahinter nicht unterstützt, ist es nur ein Bruchteil so effektiv, wie wenn alles Hand in Hand greift. Genau das machen wir mit Sales Architecture: die Verbindung von Interior Design, Marketing- und Sales-Aspekten und Neuropsychologie – immer mit Blick darauf, wie sich Menschen im Raum fühlen, wie sie darin arbeiten und wie sie ihn wahrnehmen.
4. Wie gehst du an ein neues Bühnenkonzept heran? Woher nimmst du deine Inspiration?
Meine Inspiration ziehe ich vor allem aus Gesprächen, aus Reisen und aus Besuchen in Hotels – aber genauso aus dem Austausch mit Herstellern und Künstler*innen, die an einem Projekt mitwirken oder innovative Produkte haben, die sie zeigen möchten. Ein gutes Konzept entsteht für mich nie am Schreibtisch allein, sondern im Dialog mit den Menschen, die es später mit Leben füllen.
5. Was war dir bei der Gestaltung der Vision Stage besonders wichtig?
Dass sie lebendig ist – dass sie lebt und nicht starr dasteht. Das war dieses Jahr mein zentraler Ansatz: ein lebendes Ornament zu schaffen, das sich über die Messetage hinweg sichtbar weiterentwickelt. Besucher*innen, die an beiden Tagen vorbeischauen, sollen die Bühne nicht identisch wiedererkennen, sondern ihr beim Entstehen zusehen können.
6. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit oder Wiederverwendbarkeit heute im Stage Design?
Eine sehr konkrete: Die Wandgemälde, die im Rahmen der Bühne entstehen, versteigern wir zu einem guten Zweck – die beiden übrigen Wandgemälde werden im Anschluss als Kollektion über Mutrea erhältlich sein. So entsteht eine vollständige Weiterverwendung inklusive eines karitativen Zwecks, bei dem wir aktuell noch klären, welche Organisation wir damit unterstützen.
7. Was würdest du Hoteliers und Designer*innen empfehlen, wenn sie Räume schaffen möchten, die Menschen wirklich in Erinnerung bleiben?
Holt euch eine Meinung von jemandem, der in dem Bereich unterwegs ist, aber nicht zu hundert Prozent im Tagesgeschäft steckt. Wenn man ohnehin schon eine Hoteldesignerin oder einen Hotelarchitekten an Bord hat, lohnt es sich, zusätzlich jemanden aus Vertrieb oder Marketing – oder eine ganz externe Perspektive – mit einzubeziehen. Intern und der Hotelarchitekt sind tagtäglich im Geschäft drin; ein externer Blick von außen gibt oft genau das Feedback, das man selbst nicht mehr sieht. Für einen minimalen Aufpreis lässt sich dadurch deutlich mehr gewinnen.
Felix Bender ist Gründer von bndr company und gestaltet 2026 die Vision Stage der Independent Hotel Show in München. Wer mehr über das Konzept erfahren oder Teil der Bühne werden möchte, meldet sich unter felix@bndr.company.
